Alle zwei Wochen von Ende Juni bis Ende Oktober
Infolge der extremen Hitzewerte von 30 und mehr Grad war der Start in die neue Pilzsaison verhalten. Die TK hat trotz der schwierigen Umstände Interessantes den Interessierten an den ersten drei Bestimmungsabenden vermitteln können:
- Bestimmungsabend: Lamellenformen und -arten
- Bestimmungsabend: Hutformen und -arten
- Bestimmungsabend: Sporenbilder

Einmal mehr haben die Kunstwerke von Werner am 2. Bestimmungsabend als praktische Beispiele die Theorie verständlich gemacht.






Besonders erfreulich war, dass 21 Mitglieder – davon 2 Jungpilzlerinnen – am Bestimmungsabend dabei waren.
3. Bestimmungsabend – Montag, 20. Juli 2026
Am 3. Bestimmungsabend waren die Sporenbilder das Hauptthema. Im theoretischen Teil wurden die Hauptmerkmale der Sporenbilder erklärt und bei der praktischen Bestimmung konnte das Wissen an Exponaten angewendet werden.





4. Bestimmungsabend – Montag, 3. August 2026
Am Bestimmungsabend vom 3. August waren die Familien und insbesondere die Gattungen das Thema:
Familien (Quelle: fredispilzseite)
Agaricales: Blätterpilze Hellsporer
Agaricales: Blätterpilze Dunkelsporer
Aphyllophorales: Nichtblätterpilze
Boletales: Röhrlinge und Röhrlingsverwandte
Cyphellaceae Becherartige: Basidiomyceten
Epigäische Gasteromycetes: Bauchpilze
Heterobasidiomycetes: Gallertpilze
Inoperculate Ascomyceten: Schlauchpilze
Operculate Ascomyceten: Schlauchpilze
Polyporales: Überwiegend einjährige Porlinge und Porlingsverwandte
Pyrenomyceten: Schlauchpilze (Kernpilze)
Gattungen
Was ist eine Pilzgattung?
Eine Pilzgattung ist im Prinzip ein Sammelbecken verschiedener Pilzarten mit sehr ähnlichen und in Teilen sogar gleichen Eigenschaften.
Warum sind Pilzgattungen wichtig / nützlich?
Pilzgattungen können dabei helfen Pilze zu bestimmen, oder zumindest eine grobe Richtung vorgeben, die dann bei der Pilzbestimmung helfen kann.
Wie genau kann eine Pilzgattung bei der Pilzbestimmung helfen?
Pilzgattungen dienen vor allem dazu einen Fund erstmal einzugrenzen, damit man dann innerhalb der Gattung nach der passenden Art suchen kann. Wichtige Merkmale für eine erste Einschätzung zur Gattung sind dabei zum Beispiel die Hutoberfläche (rau, glatt, schleimig, klebrig, etc.), Hutunterseite (Röhren, Lamellen, Poren, Lamellenstand, etc.) und vor allem auch die Farbe des Sporenpulvers.
Wenn man davon ausgeht, dass es im deutschsprachigen Raum um die 1.000 Arten gibt, die sich makroskopisch (das heißt ohne Mikroskop) relativ sicher bestimmen lassen, dann kann bei einem Erstfund die Einordnung in eine bestimmte Gattung die Suche nach der korrekten Art erheblich erleichtern.
Ordnet man einen Fund zum Beispiel den Leistlings-Gattungen (Cantharellus / Craterellus) zu, dann kann man seinen Fund mit den rund zwanzig Arten der beiden Gattungen vergleichen, was die Bestimmung erheblich beschleunigt und erleichtert.
Ordnet man seinen Fund zum Beispiel eindeutig der Gattung der Täublinge (Russula) zu, kann man sich über weitere Merkmale (z. B: Farbe, Lamellen brüchig / biegsam, Geschmacksprobe scharf / mild, chemische Reaktionen, usw.) innerhalb der Gattung weiter vorantasten, bis eine eindeutige Bestimmung möglich ist.
Im Anschluss an die Theorie waren 8 Gattungen zu bestimmen:
https://www.vpki.ch/wp-content/uploads/260803_Gattungen-bestimmen.pdf
Die Auflösung wird im Jahresbericht 2026 erscheinen.
5. Bestimmungsabend – Montag, 17. August 2026
Die verschiedenen Bestimmungsschlüssel aus dem Buch „PILZE – BESTIMMUNGSBUCH FÜR UNTERWEGS“ wurden an diesem Abend an Hand von Exponaten angewendet.






In fünf Gruppen aufgeteilt wurden die Aufgaben gelöst.




Der Umgang mit den Bestimmungsschlüssel – auch wenn diese in den verschiedenen Pilzbüchern anders dargestellt sind – war für die 20 Anwesenden interessant und lehrreich. Besten Dank an Andrea und Juliane für die Vorbereitung und die Schulung.
6. Bestimmungsabend – Montag, 31. August 2026
Nach der lang anhaltenden Trockenheit wurde das Feuerverbot aufgehoben und das monatliche Bräteln konnte wieder im gewohnten Rahmen stattfinden.

Fachwörter
Der Bestimmungsabend startet mit dem Theorieblock „Fachwörter einfach erklärt“.
agg.: (Aggregat); eine Gruppe von Arten, die makroskopisch schwer zu unterscheiden sind (aggregare = etwas an eine Gruppe anschliessen)
anastomosierend: Lamellen, die durch Queradern verbunden sind
Ascus: Sporenschlauch der Schlauchpilze
Basidie: Sporenständer der Ständerpilze
bereift: mit einem mehlartigen, weissen Staub bedeckt
Cortina: spinnwebenartige Fäden vom Hutrand zum Stiel als Schutz für Lamellen
gerieft: mit parallelen Streifen oder Rillen am Hutrand oder Stiel
Gleba: Sporenmasse der Bauchpilze
hygrophan: Hut, der seine Farbe je nach Feuchtigkeit verändert
Hymenium: Fruchtschicht, auf der Sporen gebildet werden
Hyphen: fadenförmige Zellen von Pilzen, die nehmen Wasser und Nährstoffe auf
lignicol: auf Holz wachsend
makroskopisch: mit blossem Auge sichtbar
mikroskopisch: mit Lupe oder Mikroskop sichtbar
Mykorrhiza: symbiotische Verbindung zwischen Pilz und Pflanze
Myzel: viele Hyphen bilden ein Netzwerk, das Myzel, den eigentlichen Pilz
Ring: mehr oder weniger vergänglicher Rest der Teilhülle am Stiel
Taxonomie: wissenschaftliche Einteilung in Ordnungen, Familien und Gattungen
terricol: auf Erde wachsend
thermophil: wärmeliebend
Velum universale: Gesamthülle schützt den heranwachsenden Pilz
Velum partiale: Teilhülle vom oberen Bereich des Stiels zum Hutrand, schützt Fruchtschicht
Volva: Teil der Gesamthülle, der die Stielbasis scheidenartig umschliesst
Im Anschluss war dieses Jahr erstmals eine stattliche Anzahl Pilze als Übungsobjekte für die Fachwörter und zum Bestimmen vorhanden.


Insgesamt waren 33 (!) Personen am Bestimmungsabend anwesend und das Pilzlerfieber war angesichts der Exponate spürbar.
Besten Dank an Hans Zurbuchen und Werner Meyer für die Vorbereitung und Präsentation.